Matthias Kirschnereit - Pianist

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>> WAZ Wochenende vom 24.06.2006
W.A. Mozart, Klavierkonzerte Vol. 1-10
Es sind nicht immer die Lauten auch die Besten. Matthias Kirschnereit, der immerhin bei Festkonzert zur 300-Jahr-Feier St. Petersburgs Rachmaninows zweites Klavierkonzert spielte, ist ein sympathisch uneitler Pianist.
Nach und nach hat der in Dorsten geborene Rostocker Professor für Arte Nova (Sony BMG) eine Gesamtaufnahme der Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart eingespielt. Mit den Bamberger Symphonikern unter Frank Beermann.

Diese Aufnahme ist bemerkenswert, weil sie wirklich preiswert, aber nun wirklich in der Interpretation nicht billig ist. Natürlich gibt es - denken wir nur an Clara Haskil oder Alfred Brendel - gewichtige Referenzaufnahmen. ABer gerade weil Matthias Kirschnereit so ungekünstelt natürlich spielt, weil er im großen Entwicklungsstrang dieser faszinierenden Konzerte nicht auf Überakzentuierungen setzt, ist diese Auseinandersetzung so bezwingend. Man denkt an Thomas Bernhard: einfach kompliziert.
Denn simpel sind diese Deutungen keineswegs, die in den "großen" Konzerten auch das Musikdrama und in den langsamen Sätzen die Abgründe entdecken. Dirigent wie Pianist versuchen, zwischen historischer Aufführungspraxis (was die Klangrede und den "schlanken" Mozart betrifft) und moderner Auffassung zu vermitteln. Das ist inspirierend, zumal die Bamberger sich als quicklebendig erweisen. Ein schöner Beitrag zum Mozart-Jahr!

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