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| >> Kölner Stadtanzeiger vom 25.06.2005 |
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| Faszination des Unerschöpflichen
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Auch der Hamburger Matthias Kirschnereit hat im Zuge seiner Gesamtaufnahme der Mozart-Konzerte mit den Bamberger Symphonikern unter Frank Beermann jetzt - in Vol. 7 - zusammen mit KV 453 das Jeunehomme-Konzert produziert (Arte Nova)... Gleich der Einstieg: Kirschnereit pointiert die Staccato-Viertel des unvermuteten ersten Solos viel stärker und spielt die Wiederholung als Echo, als Erinnerung sozusagen. Das kann man so machen, muss es allerdings nicht - es ist eine denkbar Option. An den Parallelstellen verzichtet Kirschnereit auf die Neuauflage dieses Effekts - er würde beim zweiten Mal auch abgestanden wirken. Insgesamt kommt seine Artikulation und Phrasierung stärker aus der Deckung als die des Kollegen.
Ganz anders auch die Auffassung des Andantino: Andsnes vollzieht es mit erhobenem Kopf, wie in einer antiken Tragödie, während Kirschnereit leise anhebt, zu lyrischer Klage. Das Bamberger Orchester spielt ebenfalls sehr durchhörbar, aber weicher, fülliger, sinfonischer als die Norweger, verbeißt sich auch nicht so in einzelne Motive - etwa den Sekundseufzer im zweiten Satz. Insgesamt erfreut auch diese Interpretation - ebenso wie die des G-Dur-Konzerts und hier zumal des rätselhaften langsamen Satzes, dessen Zerklüftungen Kirschnereit hingebungsvoll nachspürt. |
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