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| >> Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 30.11.2006 |
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| Mozart mit dramatischem Gestus |
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Diesmal gelang ihm eine eindrucksvolle Durchleuchtung der Tiefendimension Mozarts, mit vorzüglicher dynamischer und agogischer Gestaltung, die auch erhellende Überraschungen setzte, ohne dabei die Balancen des Klassischen, seine letztendliche Ausgewogenheit zu verletzen. Die C-Moll-Sonate machte er geradezu zu einem persönlichen Drama, mit ihren Gegensätzen von Aufstreben und Bedrückung im ersten Satz, mit dem süßen Gesang des langsamen Satzes, in dem die Erregung des ersten als Zerbrechlichkeit nachzitterte, mit dem erneut konflikthaften dritten Satz, der sogar die Bezirke der Hoffnungslosigkeit streifte.
Kirschnereit spielte dies zugleich mit einer kulturellen Dezenz, die sich nicht in psychologische Extreme verstieg. […] Und damit formte er besonders die Fantasie zu einem beeindruckenden, dezent kolorierten Klanggemälde romantischer Ambivalenz.
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